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Reisefinder - Fontane.200 - A_FONZDV

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Fontane.200

Eine Reise durch die Mark Brandenburg

In Kooperation mit dem Zentral-Dombau-Verein zu Köln



Reisetermin: 20.05. - 25.05.2019
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„Wer reisen will, muß zunächst Liebe zu Land und Leuten mitbringen.“
Theodor Fontane (1819 - 1898), dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker

Sein Zitat war Leitsatz für das eigene Leben. Und so hielt Theodor Fontane es dann auch mit der Region seiner Heimat! Wandeln Sie auf den Spuren des Autors durch die Mark Brandenburg und erleben Sie Landschaft, Orte und auch die Begegnungen mit Menschen aus der Perspektive seiner Erzählungen. Sie kommen durch das Havelland – berühmt durch Fontanes Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ – und besuchen Tangermünde sowie seine Geburtsstadt Neuruppin, wo anlässlich des Fontane-Jubiläums die Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ zu sehen ist.
Die Schönheit der Region, gespickt mit Seen und malerischen Schlossbauten machen diese Reise nicht nur aus literarischer Sicht, sondern auch landschaftlich und architektonisch zu etwas ganz Besonderem.


1. Tag Köln – Havelberg – Alt Ruppin

Fahrt von Köln über Havelberg ins Herz der Mark Brandenburg – nach Neuruppin (Vorübernachtung in Köln auf Anfrage).
In Havelberg in der Altmark, am Zusammenfluss von Havel und Elbe, besuchen Sie den Dom St. Marien, Baudenkmal und Kulturzentrum der Stadt. Geweiht wurde das Kirchengebäude 1170. Nach einem größeren Brandschaden wurde der ursprünglich romanische Bau zwischen 1279 und 1330 im gotischen Stil umgebaut. Die Orgel des Doms entstand 1777 in der Werkstatt des Orgelbauers Gottlieb Scholtze. Bei einem Orgelanspiel erleben Sie den Klang der 34 Register auf zwei Manualen und Pedal.
Danach fahren Sie weiter ins Ruppiner Land und erreichen Ihr Stadtorthotel für die nächsten 5 Übernachtungen.
Nach dem Zimmerbezug und einem gemeinsamen Abendessen im Hotel, stimmen Sie sich bei einem Vortrag von Günter Rieger auf das Thema dieser Reise ein. Der Fontane-Experte und Verleger von Literatur zu Kultur und Geschichte der Region Mark Brandenburg, bringt Ihnen Fontanes geschriebene Worte und Einblicke in das Leben des Schriftstellers näher.

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2. Tag Fontanestadt Neuruppin – Wustrau

Heute erkunden Sie die Fontanestadt Neuruppin. Bei einer Stadtführung kommen Sie entlang wichtiger Stationen, die in Verbindung zu dem berühmten Schriftsteller stehen. Sie sehen unter anderem Fontanes Geburtshaus – das heute eine Apotheke beherbergt – (Außenbesichtigung), die Pfarrkirche St. Marien sowie das alte Gymnasium (Außenbesichtigung).
Im städtischen Museum wird anlässlich des Fontane-Jubiläums die Leitausstellung „Fontane.200/Autor“ gezeigt. Als Besucher tauchen Sie ein in Fontanes Schreib- und Textwelten. Wie ein roter Faden ziehen sich seine Wortfindungen und -erfindungen durch das ganze Museum. So begleiten Sie 200 Ausdrücke, von A wie „Abschreckungstheorie“ bis Z wie „Zärtlichkeitsallüren“ durch diese besondere Ausstellung.
Weiter geht es auf Ihrer Erkundungstour durch Neuruppin. In der Fischbänkenstraße 8 befindet sich das Predigerwitwenhaus (Außenbesichtigung), eine ehemalige Einrichtung, in der Frauen und Kinder verstorbener Geistlicher ein neues Zuhause fanden. Hier konnten sie kostenfrei wohnen. Mitte des 19. Jh. lebten auch Mutter und Schwester von Theodor Fontane, Emilie und Elise Fontane, für einige Zeit im Predigerwitwenhaus, da sich Emilie Fontane von ihrem Mann Louis Henry getrennt hatte. Heute dient das Haus nicht nur als Sitz der Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft (Träger des Fontane-Förderpreises für Kunst und Kultur), sondern beherbergt auch Wohnungen und Geschäftsräume.
Individuelle Mittagspause im Tempelgarten. Die von Friedrich dem Großen gegründete Anlage – ein Ort der Geselligkeit, zum Musizieren und Zusammenkommen von Freunden – wurde Mitte des 19. Jh.s neu gestaltet und steht noch immer der Öffentlichkeit zur Verfügung. Oft finden Konzerte oder kulturelle Veranstaltungen statt.
Sie fahren entlang des Ruppiner Sees und erreichen das Zietendorf Wustrau. Bei einem Spaziergang schlendern Sie durch den kleinen Ortskern und entlang des Hafens. Unweit des Ufers sehen Sie Schloss Wustrau (Außenbesichtigung). Das Kavaliershaus wurde 1690 gebaut und war 1699 Geburtsort von Hans Joachim von Zieten. Etwa 60 Jahre später entstand ein erster Schlossbau, der in seiner heutigen Gestalt Ende des 19. Jh. Vollendung fand. Heute ist die zweite Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie in die Räumlichkeiten eingezogen.
Im Ort befindet sich außerdem das Brandenburg-Preußen-Museum. Die informative Dauerausstellung mit hervorragenden Exponaten, Bildern und Textmaterial ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Geschichte Preußens sowie der Mark Brandenburg.
Gemeinsames Abendessen im Restaurant am Ruppiner See.
Anschließend fahren Sie zurück zum Hotel.

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3. Tag Lindow – Schloss Meseberg – Stechlinsee – Schloss Rheinsberg

Fahrt in das Städtchen Lindow und Besuch der am Wutzsee gelegene Klosterruine Lindow. Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde um 1230 gegründet. Als es 1524 mit dem Tod des letzten Grafen von Lindow-Ruppin an die Mark Brandenburg fiel, gehörte es zu den wohlhabendsten Klöstern des Territoriums, bis es im Dreißigjährigen Krieg von den kaiserlichen Truppen zerstört wurde. Die bis heute erhaltenen Klosterruinen dienten Theodor Fontanes Roman „Der Stechlin“ als Vorbild für das Kloster Wutz.
Etwa 10 km weiter liegt Schloss Meseberg am Huwenowsee. In seinen „Wanderungen“ beschreibt Fontane ausführlich das Schloss und seine Anlagen. Es wurde 1738 erbaut und war von 1885–1933 im Besitz der Familie Lessing (Nachfahren des gleichnamigen Dichters). Nachdem es als Schule und Flüchtlingsunterkunft gedient hatte übernahm die Messerschmidt-Stiftung Anfang der 90er-Jahre das Gebäude und seine Renovierung. Heute dient es als Gästehaus der Bundesregierung (nur Außenbesichtigung möglich).
Anschließend erreichen Sie das mittelalterlich geprägte Örtchen Gransee mit seiner Marienkirche, ein schönes Beispiel norddeutscher Backsteingotik. Vorbei am Schinkelplatz mit dem Luisen-Denkmal – ein Entwurf von Karl Friedrich Schinkel – spazieren Sie zum ältesten Landschaftspark im norddeutschen Raum.
Fakultativ kehren Sie am Mittag in das rustikale Restaurant „Fischerei Böttcher“ am Stechlinsee ein.
Am Nachmittag Weiterfahrt zum Grienericksee, zu Schloss Rheinsberg. Der Schlossbau gilt als Musterbeispiel des sogenannten Friderizianischen Rokokos und diente in einzelnen Elementen auch als Vorbild für Schloss Sanssouci.
Friedrich der Große lebte hier und verwandelte das Schloss zu einem wahren Musenhof. Sein Bruder, der einige Jahre später einzog und ebenfalls sehr kunstbegeistert war, erweiterte und verschönerte die Anlage sowie den dazugehörigen Park.
Sie besichtigen das Schloss und das Kurt Tuchol-sky Literaturmuseum, das sich ebenfalls in den Räumlichkeiten des Schlosses befindet.
Rückfahrt am späten Nachmittag.
Gemeinsames Abendessen im Hotel.

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4. Tag Dobbertin – Schloss Meyenburg

Auf einer Halbinsel am Nordufer des Dobbertiner Sees liegt eines der ehemals größten Nonnenklöster des Benediktinerordens in Mecklenburg. Bis zu seiner Auflösung im Jahr 1918 war das heute denkmalgeschützte Kloster Dobbertin außerdem eines der größten Wirtschaftsunternehmen der Region. Sie besichtigen die sehr gut erhaltene Anlage.
Fontane besuchte hier ab 1870 mehrfach seine langjährige und engste Freundin Mathilde von Rohr, die 1869 einzog und ihre letzten 20 Lebensjahre als Konventualin im Damenstift des Klosters verbrachte.
Gemeinsames Mittagessen in Deutschlands erstem Bücherhotel in Groß Breesen. Im historischen Gewölbekeller aus dem Jahre 1833 ist ein gemütliches Restaurant entstanden.
Nach der Pause erreichen Sie Schloss Meyenburg, in dessen Räumlichkeiten sich zwei Museen und eine Bibliothek befinden. Sie besuchen das Modemuseum und erhalten einen Einblick in die Welt der Damenmode von 1900 bis in die 70er-Jahre. Die Ausstellung gibt außerdem Aufschlüsse darüber, wie sich das Bild der Frau über die Jahrzehnte entwickelt und verändert hat. Die eine oder andere Geschichte zur Herkunft der Kleider darf dabei nicht fehlen.
Anschließend bleibt Zeit für einen Spaziergang am Ruppiner See.
Rückfahrt zum Hotel und gemeinsames Abendessen.

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5. Tag Tangermünde mit Grete Minde und dem Birnbaum in Ribbeck

Heute erkunden Sie Tangermünde, eine jener Städte, die ihr mittelalterlich anmutendes Stadtbild bis heute erhalten haben. Zu den beeindruckendsten Bauwerken zählen das spätgotische Backsteinrathaus und die mächtigen Stadttore (Außenbesichtigungen).
Als im Jahre 1617 ein verheerendes Feuer große Teile der Stadt zerstörte, suchte man einen Schuldigen. Einer der damaligen Stadträte, der – so sagt man – auf diese Weise hoffte seine Konkurrentin um ein anstehendes Erbe loszuwerden, denunzierte seine eigene Nichte Grete Minde als Brandstifterin. Fasziniert und inspiriert von diesem Geschehen wählte Theodor Fontane 250 Jahre später die altmärkische Stadt als Kulisse für seine Novelle „Grete Minde“, die als erster deutscher Kriminalroman gilt.
Gemeinsam mit „Fontanes Protagonistin“ erkunden Sie die Schauplätze des Romans und kommen unter anderem entlang des Rathauses und der Stephanskirche, von deren Glockenturm der Autor seine tragische Heldin Grete Minde in die Tiefe stürzen ließ. Ferner lauschen Sie einem Orgelanspiel.
Individuelle Mittagspause und Zeit in Tangermünde.
Am Nachmittag erreichen Sie Ribbeck, ein Dorf dem die Ballade „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ gewidmet ist. Sie schlendern durch den Ortskern.
Überall findet sich die Birne: im Schloss Ribbeck mit seinem „Deutschen Birnengarten“ oder vor der Kirche, wo noch der Stumpf des bedichteten Birnbaums zu sehen ist.
Kaffeepause mit einem Stück Birnenstreusel im Schlosscafé im Anschluss an die Führung.
Weiter fahren Sie nach Fehrbellin. Als ein strategisch wichtiger Punkt des Übergangs vom Havelland zur Herrschaft Ruppin hatte der Ort vor allem während des 30-jährigen Krieges wiederholt unter Zerstörungen und Plünderungen zu leiden. Der Schlacht, die am 18. Juni 1675 hier tobte, sind drei Denkmale gewidmet. Das erste und älteste Denkmal befindet sich am Ortsausgang und bildet gleichzeitig den Eingang zu einer Allee aus Linden, die dorthin führt, von wo aus der Kurfürst die Fehrbelliner Schlacht gelenkt haben soll. Fontane kam hierher und ließ sich zu seinem Gedicht inspirieren:

„Auf der Fehrbelliner Flur
Gab es Blumen am Schlachttag nur.
Märkische Rosse gewannen die Schlacht,
Haben das Feld berühmt gemacht.
Und dies Feld, es zahlt mit Glück
Alte Schulden in Hafer zurück“.

Sie beschließen den Tag mit einem letzten gemeinsamen Abendessen im Hotel.

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6. Tag Brandenburg an der Havel – Köln

Heute heißt es Abschied nehmen.
Bevor Sie sich allerdings auf den Rückweg machen, spazieren Sie durch die älteste Stadt der Mark Brandenburg, Brandenburg an der Havel. Der Ort mit einer mehr als 1.000 Jahre alten Geschichte ist Teil der Europäischen Route der Backsteingotik. Sie sehen unter anderem den Plauer Torturm, die Jugendstil-Villa des Spielzeugfabrikanten E.P. Lehmann, das Rathaus mit der seltenen Roland-Statue, und Sie kommen zur ältesten Kirche der Mark, der St. Gotthardtkirche.
Abschließend bleibt noch Zeit, um einen Kaffee an der Havel zu genießen (fakultativ).
Rückfahrt nach Köln.

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Bildnachweis:

Fontane - Denkmal in Neuruppin CCBY Miss-Cynical-at-flickr
Domberg Havelberg CCBYSA Olaf Meister-at-wikimedia.commons
Schloss Wustrau CCBYSA Lichterfelder-at-wikimedia.commons
Kloster Lindow CCBYSA Clemensfranz-at-wikimedia.commons
Schloss Meseberg CCBYSA Tobias Nordhausen-at-flickr
Schloss Rheinsberg CCBYSA Tobias Nordhausen-at-flickr
Tangermünde CCBY Hans Porochelt-at-flickr
Darstellung der Grete Minde am Stadtbrunnen von Tangermünde CCBYSA Harald Rossa-at-wikimedia.commons
Birnbaum in Ribbeck CCBY Px4u by Team Cu29-at-flickr

Creative-Commons-Lizenzen:
CC BY (Namensnennung)
CC BY SA (Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen)

Höhepunkte

  • Fachreiseleitung: Max Wolters, Historiker und Museumskurator
  • Standorthotel „Am Alten Rhin“ in Neuruppin, 3-Sterne-Landeskategorie
  • Vortrag von Günter Rieger, Fontane-Experte
  • Orgelanspiel im Dom St. Marien (Havelberg) und in der Stephanskirche (Tangermünde)
  • Stadtführung mit Fontanes Romanfigur „Grete Minde“

Fontane - Denkmal in Neuruppin CCBY Miss-Cynical-at-flickr
Domberg Havelberg CCBYSA Olaf Meister-at-wikimedia.commons
Schloss Wustrau CCBYSA  Lichterfelder-at-wikimedia.commons
Kloster Lindow CCBYSA Clemensfranz-at-wikimedia.commons

Reiseverlauf

  1. Köln – Havelberg – Alt Ruppin
  2. Fontanestadt Neuruppin – Wustrau
  3. Lindow – Schloss Meseberg – Stechlinsee – Schloss Rheinsberg
  4. Dobbertin – Schloss Meyenburg
  5. Tangermünde mit Grete Minde und dem Birnbaum in Ribbeck
  6. Brandenburg an der Havel – Köln


Schloss Meseberg CCBYSA Tobias Nordhausen-at-flickr
Schloss Rheinsberg CCBYSA Tobias Nordhausen-at-flickr
Tangermünde CCBY Hans Porochelt-at-flickr
Darstellung der Grete Minde am Stadtbrunnen von Tangermünde CCBYSA Harald Rossa-at-wikimedia.commons
Birnbaum in Ribbeck CCBY Px4u by Team Cu29-at-flickr

Service

Reiseverlauf
Leistungen
Termine & Preise
Anmeldung
Reisebedingungen

Reisebeschreibung


Fachleitung

Fachreiseleitung: Max Wolters, Historiker und Museumspädagoge

Nach dem Studium von Ur- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte, Geologie und Religionsethnologie ist Max Wolters seit fast 25 Jahren für das Kölner Naturmuseum „Haus des Waldes“ tätig. Die dort gepflegte Kombination von Kultur und Naturgeschichte vermittelt er auch bei seinen Studienreisen. Seine kunsthistorischen Schwerpunkte liegen bei der Architektur des Mittelalters und der Malerei in West- und Mitteleuropa, ganz besonders England und Deutschland.
Max Wolters ist Autor des Buches „Einfach dasein“, die Geschichte des größten Kölner Frauenordens.

Termine

  • 20.05.2019 – 25.05.2019

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